Woran erkennt man eine Sucht? Befürchten Sie ein süchtiges Verhalten bei Ihrem Kind?

Sucht im Kindes- und Jugendalter: Alkoholsucht, Drogensucht, Spielsucht

Der erste Konsum von Alkohol oder das Probieren von Zigaretten oder illegalen Drogen tritt häufig in der Pubertät auf. Jugendliche sind in diesem Alter besonders experimentierfreudig und risikobereit. Etwa 39% der 11-17-jährigen Jungen und 22% der Mädchen in dieser Altersklasse konsumieren beispielsweise regelmäßig Alkohol (KiGGS). Während viele Jugendliche lediglich „ausprobieren“, entwickeln andere Jugendliche Konsummuster, die besorgniserregend sein können.

Aber nicht nur der Konsum von Substanzen kann Grund zur Sorge sein. Wenn Kinder und Jugendliche viel Zeit im Internet oder mit Computer- und anderen Videospielen verbringen, kann dies zu „süchtigem“ Verhalten führen.

Alkohol – oder Drogensüchte haben oft verherrende Auswirkungen. Foto: Gras Grün/Unsplash

Stoffgebunde Süchte wie z. B. Alkohol- oder Drogensucht

Bei den sogenannten stoffgebundenen Süchten unterscheidet man zwischen dem Missbrauch und einer Abhängigkeit. Von einem missbräuchlichen oder schädlichen Gebraucht spricht man, wenn das Konsummuster (Häufigkeit und Menge) des Jugendlichen negative soziale (z.B. unregelmäßiger Schulbesuch), psychische (z.B. Gereiztheit, Unruhe) oder physische (z.B. Alkoholvergiftung) Folgen hat. Trotz der bereits eingetretenen negativen Folgen, wird der Konsum fortgeführt.

Von einer Abhängigkeit spricht man, wenn Jugendliche ein starkes Bedürfnis haben, die Substanz zu konsumieren und sie keine Kontrolle über Menge, Häufigkeit und Dauer des Konsums haben.  Körperliche Entzugserscheinungen (z.B. Unruhe, Schwitzen, Zittern) können eintreten, wenn die Substanz nicht konsumiert wird. Es müssen scheinbar immer größere Mengen konsumiert werden (Toleranz). Andere Aktivitäten werden zugunsten des Substanzkonsums vernachlässigt. Eine Veränderung des Konsums ist trotz negativer Folgen (z.B. Schul- oder Ausbildungsabbruch, Verschuldung, gesundheitliche Probleme) nicht möglich.

Wann wird stundenlanges Spielen am PC zur Sucht? Foto: Glenn Carstens Peters/Unsplash

Kennzeichen der Internet- und Computerspielsucht

Eine Internet- oder Computerspielsucht äußert sich zum einen dadurch, dass sich der oder die Jugendliche übermäßig mit diesen Aktivitäten beschäftigt. Zum anderen entsteht eine Entzugssymptomatik, wenn diese  Aktivitäten wegfallen.  Außerdem kommt es zu einer  die Toleranzentwicklung. Das bedeutet, dass sie immer  mehr Zeit vor dem Computer verbringen müssen, um die beabsichtigten Effekte zu verspüren.

Auch der Kontrollverlust über das Ausmaß der Internetnutzung oder der Computerspiele spielen eine Rolle, ebenso die Vernachlässigung von anderen Interessen und Aktivitäten.

Oftmals versuchen die Jugendlichen ihre Eltern bezüglich des Umfangs ihres Medienkonsums zu täuschen. Der Konsum kann trotz erheblicher sozialer oder psychischer Folgen nicht reduziert oder unterlassen werden, es kann zum Verlust einer Arbeits- oder Ausbildungsstelle oder zum Abbruch wichtiger Beziehungen kommen.

Bei einer Suchterkrankung ist ein normaler Familienalltag nicht mehr möglich

Hat ein Kind einen problematischen Konsum von Medien oder Substanzen, kann das große Auswirkungen auf die ganze Familie haben. Besorgte Eltern wissen häufig nicht, wie sie ihr Kind darauf ansprechen sollen. Tun sie es doch, hören Sie – bestenfalls – Beschwichtigungen („Mach dir keine Sorgen, ich habe das im Griff“) oder in anderen Fällen Vorwürfe und Anschuldigungen („Misch dich nicht ein!“ oder ähnliches). Daraus können sich Konflikte entwickeln, die das gesamte Familienklima belasten. Mitunter sind normale Gespräche kaum mehr möglich, weil das Kind sehr schnell sehr gereizt reagiert. Alle im Haushalt sind in einer „Hab-Acht-Stellung“ und somit ständig angespannt. Zusätzlich sorgen sich Eltern um die Zukunft ihres Kindes, insbesondere dann, wenn ein regelmäßiger Besuch der Schule oder der Ausbildung nicht mehr stattfindet.

Eltern machen sich oft Vorwürfe

„Bin ich Schuld?“ – das ist eine Frage, die sich viele Eltern stellen. Sie suchen nach Fehlern im eigenen Verhalten und machen sich selbst Vorwürfe. Dies trägt zu einer zusätzlichen seelischen Belastung bei. Die Entstehung einer Suchterkrankung ist jedoch ein komplexes Geschehen – es gibt nicht den EINEN Schuldigen, wohl aber gewisse Risiko- und Schutzfaktoren.

Eltern spüren Wut und Verzweiflung

Auch Ärger, Wut und Verzweiflung sind ganz „normale“ Gefühle, die Eltern in einer solchen Situation fühlen können. Ärger über das Kind, das trotz aller elterlichen Bemühungen nichts verändert. Verzweiflung, weil alle Beschwichtigungen und Versprechen („Ich werde etwas verändern“) nicht umgesetzt werden. Das Leben mit einem suchtkranken Kind erfordert viel Kraft, Geduld und Energie. Darüber vergessen Eltern oftmals den Blick auf die eigenen Bedürfnisse, sodass sie ihre Kraftreserven auch nicht mehr auffüllen können und der Körper somit auf „Notbetrieb“ umstellt.

Psychologische Online-Beratung für Eltern

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Über mich

Ich bin Isabelle Hennig und ich bin Psychologin (M.Sc.). In meiner Zeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Uniklinik Dresden habe ich auf der Spezialstation für Essstörungen gearbeitet.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Eltern ganz nachvollziehbar selbst psychisch belastet waren. Im Trubel des Familienalltags und verbunden mit den zusätzlichen Terminen und Wegen aufgrund der psychischen Erkrankung des Kindes fehlte jedoch die Zeit dafür, auf sich selbst zu schauen und gut für sich zu sorgen.

Mit meiner Online-Beratung biete ich Eltern mit einem psychisch erkrankten Kind professionelle psychologische Unterstützung, bequem von zu Hause aus, ohne Warte- und Fahrzeiten.

Nehmen Sie auf dem untenstehenden Kontaktformular Kontakt zu mir auf und wir vereinbaren ein unverbindliches und kostenfreies 20-minütiges Kennenlerngespräch. Sie können mir Ihr Anliegen schildern und wir besprechen, wie ich Sie unterstützen kann.

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